Achtsam durch den Tag – Woche 14: Auf Bäume achten

In dieser Woche ging es darum, auf die Bäume in der Umgebung zu achten. Die Formen, Farben, Blätter und Verzweigungen sollten ohne Wertung bewusst wahrgenommen werden.

Da ich jeden Tag ein gutes Stück vom Auto ins Büro und zurück laufen muss, bot sich hier die perfekte Gelegenheit. Natürlich nimmt man unbewusst die Bäume am Wegesrand wahr, aber mir war nie bewusst, wie viele Bäume dort eigentlich stehen! Ich war echt überrascht. Und hierin liegt meine große – wenn auch banale – Erkenntnis dieser Woche. Das ist mal wieder ein tolles Beispiel, wie man stumpf und unachtsam durch den Alltag geht, ohne sich der Umgebung bewusst zu werden.

Ich achtete außerdem genau auf das Aussehen der Bäume. Schade, dass diese Übung in den Winter fällt. Zu allen anderen Jahreszeiten hätte man noch die Schönheit der Blätter bewundern können. Aber trotzdem konnte ich viele Eigenschaften der Bäume beobachten: Die Form, die Farbe, die Verzweigung der Äste, die Höhe, die Biegsamkeit im Wind, das Muster der Rinde, die Dicke des Stammes, ein paar verdorrte Blätter, Vogelnester in den Ästen oder sogar eine vom Winde verwehte Tüte. Zu der schieren Anzahl der Bäume, an denen ich täglich vorbeilaufe, wurde ich mir nun auch noch deren Vielfalt bewusst.

Witzigerweise Traurigerweise sind mir erst durch diese Übung zwei Dinge am Wegesrand aufgefallen, die mir in den 4 Monaten, seit ich in meiner neuen Firma arbeite, noch nie aufgefallen sind! Einmal ist das eine Straßenlaterne, die wunderschön von einem Strauch umrankt wird. Fast bis oben hin. Und ich bin wohl immer nur mit gesenktem Kopf vorbei gelaufen. Das zweite Objekt ist ein wirklich riesiges und imposantes Bürogebäude, welches komplett leer steht! Und das ist mir erst beim Bewundern der Bäume im Garten aufgefallen!

Im Buch wird noch ein interessanter Aspekt genannt: Was wir ausatmen, atmen die Bäume ein. Was die Bäume ausatmen, atmen wir ein. Und so entsteht eine wechselseitige Verbundenheit mit den Pflanzen. Dennoch vergessen wir oft diese „nützlichen und allgegenwärtigen Gefährten“. Neben der Säuberung der Luft haben Bäume noch eine ganze Reihe weiterer positiver Effekte. Wusstet ihr zum Beispiel, dass nur ein paar Minuten Betrachten von Bäumen (auch auf einem Bild) den Blutdruck senken, Angst und Zorn verringern, Stress abbauen oder Schmerzen lindern können? Ich bisher auch nicht.

Der Wald ist übrigens einer meiner Lieblingsorte. Ich liebe es, auf ausgedehnten Spaziergängen den Wald zu entdecken: Der weiche Boden, das Rauschen der Blätter im Wind, das Knacksen im Unterholz, moosbedeckte Hügel, der Geruch von frischen Holz und Gras, der durch die Blätter gefilterte Sonnenschein… Im Wald gehe ich auch am liebsten Laufen und ich habe in der Einsamkeit dort zudem immer meine „Lernspaziergänge“ absolviert. Ach wie freue ich mich schon wieder auf den Frühling.

Jedenfalls hat mir diese Übung mal wieder wunderbar aufgezeigt, dass ich viel achtsamer durchs Leben gehen sollte. Und oft sind es eben diese kleinen banalen Dinge, die wir nicht mehr wahrnehmen. Also achtet doch beim nächsten Gang an die frische Luft oder auch nur im Auto/in der Bahn mal auf die tolle Vielfalt an Bäumen in unserer Natur!Anhang 1 (2)

 

4 thoughts on “Achtsam durch den Tag – Woche 14: Auf Bäume achten

  1. Hallo!

    Bei mir wird die Übung wohl mitten in den schönsten Frühling fallen, ich freue mich schon darauf!

    Der Gedanke mit einatmen und ausatmen ist interessant, so habe ich das noch nie betrachtet!

    Vielen Dank fürs Verlinken zu meiner Linkparty!

    lg
    Maria

  2. Hi Lisa, ich liebe es auch, im Wald spazieren zu gehen! Am liebsten am Wochenende zusammen mit meinem Mann. Natürlich unterhalten wir uns dann meistens, aber manchmal bleibe ich ganz bewusst stehen: „Hör mal auf die Stille“ – „Schau mal, wie das Licht durch die Baume fällt!“… Im Wald fühle ich mich richtig daheim! Kein Feld, kein Strand und keine Wiese können den Wald für mich ersetzen! 😉
    VG Katrin

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